Angst vor Menschen zu sprechen – so gelingt der Vortrag trotzdem

Aktualisiert: 21. Juli

Die Angst, vor Menschen zu sprechen, kommt weitaus häufiger vor, als wir denken. Stehst Du allein vor einem größeren Publikum, entsteht schnell der Eindruck, dass Du die einzige Person bist, der es so geht. Zahlreiche Umfragen zeigen aber, dass die meisten Menschen ein mulmiges Gefühl bekommen, wenn sie einen Vortrag halten. Das Lampenfieber kannst Du zwar nicht von jetzt auf gleich ablegen – Du kannst aber lernen, damit umzugehen.




Die Angst vor Menschen zu sprechen – das verbreitete Lampenfieber


Du betrittst die Bühne und blickst in grelle Scheinwerfer. Darunter kannst Du eine Flut von Gesichtern erkennen, die allesamt gebannt zu Dir hochschauen. Gleich wirst Du ihnen Dein Vortragsthema präsentieren. Wären da doch nicht nur das Herzrasen, der trockene Mund und die zitternden Hände....


Viele Menschen in Deinem Publikum wissen in diesen Momenten ganz genau, wie es Dir geht. Nicht etwa, weil sie Dir Deine Nervosität direkt ansehen können, sondern weil ihr eigenes Herz schon bei dem Gedanken an öffentliche Auftritte schneller pocht. Tatsächlich bemerken die meisten Leute nicht, dass Du nervös bist. Ein leichtes Händezittern oder eine stockende Stimme fallen Dir selbst vielleicht während Deines Vortrags direkt auf. Dein Publikum ist aber damit beschäftigt, Dir zuzuhören und achtet deshalb nicht auf kleinere Patzer.



Die Powerpose – Selbstbewusstsein faken mit der richtigen Körperhaltung


Die Angst, vor Menschen zu sprechen, wird durch das Hormon Adrenalin begünstigt. Der Körper schüttet es in Gefahrsituationen aus, damit Du schneller reagieren kannst. Du stehst dann förmlich unter Strom – das mag dann von Vorteil sein, wenn Du schnell weglaufen musst. In den heutigen Stresssituationen ist die berühmte fight-or-flight response (Kampf- oder Fluchtreaktion) leider genau der falsche Ansatz und damit oft hinderlich. Die Adrenalinausschüttung kannst Du vor Deiner Präsentation nicht verhindern. Du kannst aber Deinen Körper dazu bringen, besser darauf zu reagieren.


Eine bewährte Methode ist die sogenannte Powerpose. Sie beschreibt eine aufrechte Körperhaltung, die Du einnimmst, wenn Du eine gute Portion Selbstbewusstsein vertragen kannst. Das kannst Du insbesondere kurz vor Deinem Vortrag vor dem Spiegel machen: Du stellst Dich aufrecht hin, Deine Beine sind etwa eine Hüftweite auseinander. Dann stemmst Du Deine Fäuste in Deine Seite, hältst Deinen Kopf aufrecht und lächelst Dir selbst entgegen. Zugegeben, am Anfang mag sich das ungewöhnlich oder lächerlich anfühlen. Die Powerpose signalisiert aber Deinem Körper, dass Du der kommenden Situation gewachsen bist und Deinem Publikum selbstbewusst entgegentreten kannst. Dein Körper wird automatisch gelassener – und zwar selbst dann, wenn Du Dich ursprünglich überhaupt nicht selbstbewusst gefühlt hast.




Du bist nervös – aber die anderen sind nervöser


Erinnerst Du Dich noch an Deine Schulzeit? Dem Lehrer schien die Angst, vor Menschen zu sprechen, ein Fremdwort zu sein. Gelassen konnte er den ganzen Tag lang reden. Nahm er aber einen Schüler dran, wurde es auf einmal still in der Klasse und alle Augen richteten sich auf den Schüler. Warst Du dieser Schüler, ist es Dir wahrscheinlich nicht immer leichtgefallen, einen Ton herauszubekommen.


Dieses Phänomen hört nie ganz auf. Als Vortragender redest Du zwar am meisten. Währenddessen kann Dein Publikum sich entspannen und Dir folgen. Beziehst Du aber Deine Zuhörer mit ein und bittest sie, sich zu beteiligen, werden die meisten von ihnen doch auf einmal unruhig. Dieses Wissen kannst Du nutzen, um Deine Nerven zu beruhigen. Die Tatsache, dass Dein Publikum bei seinen Beiträgen mindestens so nervös ist wie Du, relativiert Deine Situation. Konzentrierst Du Dich darauf, eine einladende und entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der sich Deine Zuhörer gerne beteiligen, wirst Du auch selbst gelassener. Damit reduzierst Du nicht nur Deine Angst, vor Menschen zu sprechen, sondern gestaltest auch Deine Präsentation angenehmer.